Review (PC): Landwirtschafts-Simulator 2009 Gold Edition

Einmal den Bauern, pardon, den Landwirt nicht in der Disse, sondern auf dem Feld heraushängen lassen? Der Landwirtschafts-Simulator 2009 Gold Edition macht es auch für Großstädter möglich! Und ob sich bei diesem Simulator die Spreu wirklich vom Weizen trennt, erfahrt ihr hier in unserem ausführlichen Review...

Dem Spieler stehen beim Start zwei verschiede Spielemodis zur Verfügung. Man kann zunächst Missionen abschließen um sich etwas mit dem Spiel anzufreunden oder direkt mit dem Karrieremodus beginnen. Dort erbt man zunächst einen kleinen und übersichtlichen Bauernhof, welcher mit alten und klapprigen Fahrzeugen sowie entsprechenden Geräten ausgestattet ist.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt - „Farmen á la World of Warcraft in Perfektion"". Man muss seine Felder mit verschiedenen Getreidearten wie Weizen, Gerste, Raps oder Mais besäen. Es ist dabei völlig egal welches Getreide man sät, der einzige Unterschied hierbei sind die Preise der Abnehmer. Nach einer erfolgreichen Ernte sollte man seinen Ertrag im Hafen, der Mühle oder in der Brauerei abliefern und dafür Kohle kassieren. Mit den erwirtschafteten Euros kann man sich dann neue Maschinen und Geräte zulegen und noch effektiver Felder besäen. Immerhin schwanken die Preise der einzelnen Getreidearten in einem unregelmäßigen Rhythmus.

Beim Besäen der Felder hilft einem bei Bedarf der CPU-Kollege. Man tuckert einfach mit seinem Traktor auf das gewünschte Feld und aktiviert den fleißigen Kollegen. Dieser fährt dann einfach solange das Feld mit dem Gerät ab, bis die Arbeit erledigt ist.

Um mit seinem Traktor nicht irgendwo in der Landschaft stehen zu bleiben, sollte man immer für einen vollen Tank sorgen. Die hofeigene Tankstelle bietet den nötigen Diesel für schlappe 0,70€/l an. Bei den Preisen kann sogar das Tanken wieder Spaß machen. :-)

Leider wird einem dieses Spiel sehr schnell langweilig. Vor allem wenn der weniger intelligente CPU-Hilfsarbeiter versucht die Felder zu „gruppen"", kann man selbst nur gelangweilt zuschauen und gelegentlich auf die Bremsen treten, bevor der Kollege den Traktor vor den nächsten Baum setzt.

Die Landschaft wurde ebenfalls ziemlich trostlos gestaltet. Manchmal kommt es einem so vor als würde man einen Friedhof besäen oder durch eine Geisterstadt fahren. Nicht einmal Kühe, Schafe oder Pferde hoppeln über die Weiden. Wer genau hinhört, kann ab und zu einen Vogel zwitschern hören.

Die Fahrphysik ist trotz „PhysX by NVIDIA"" eine totale Katastrophe. Kleine Unebenheiten oder die Bordsteinkante bringen die tonnenschweren Kolosse in eine gefährliche Schieflage.

Ein, wie ich finde, lustiges Gimmick wurde allerdings eingebaut: Man kann sein Eigenkapital durch Nebenjobs etwas aufbessern. Beispielsweise muss man die Insel von störenden Pfandflaschen befreien und diese zu einem Flaschencontainer bringen.

Außerdem kann man jederzeit sein PDA zücken, um die aktuellen Wetterdaten zu checken oder um via GPS die momentane Position auf der Karte abzurufen. Auch die aktuellen Preise der Abnehmer lassen sich so überprüfen.

Fazit:
Ein unausgereifter und lieblos gestalteter Simulator. Trotz der eher niedrigen Systemanforderungen und schlechter Texturen konnte ich auf meinem Highend-PC den einen oder anderen Ruckler wahrnehmen. An den Sounds besteht ebenfalls Verbesserungsbedarf, die meisten Traktoren hören sich eher an wie Rasenmäher. Die Gold-Edition bringt keine Verbesserungen zur alten Version, im Gegenteil: Alle Mängel des Vorgängers wurden einfach mit übernommen.
Trotz alledem dürfte dieser Simulator für waschechte Bauern, die in der Winterzeit nicht auf ihrem eigenen Acker herum hüpfen können, ein guter Zeitvertreib sein.


1. März 2010, von Christian Alexander 'Christian Alexander L' L.

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