NordPass: Anzahl der Passwörter sinkt erstmals seit Jahren
Eine neue Untersuchung von NordPass zeigt einen überraschenden Trend: Erstmals seit 2020 ist die durchschnittliche Anzahl der Passwörter pro Person gesunken. Diese Trendwende nach einem Höchststand von 168 persönlichen Passwörtern im Jahr 2024 könnte einen Wendepunkt in der digitalen Sicherheit markieren.
Durchschnittliche Passwortanzahl sinkt von 168 auf 120
Erstmals seit NordPass die Entwicklung der Passwortnutzung im Jahr 2020 zu beobachten begann, ist die durchschnittliche Anzahl der von einer Person verwalteten Passwörter gesunken. Eine neue Studie des Passwort-Managers zeigt, dass ein Nutzer im Jahr 2026 im Durchschnitt rund 120 persönliche und 67 berufliche Passwörter verwaltet.
Damit kehrt sich ein mehrjähriger Trend um, in dem die Zahl der zu verwaltenden Passwörter stetig gestiegen war. Der Höchststand wurde 2024 erreicht, als Nutzer im Schnitt 168 persönliche und 87 berufliche Passwörter verwalteten.
Erster Rückgang
NordPass hat die Entwicklung des „digitalen Fußabdrucks“ der Nutzer über Jahre hinweg beobachtet. Eine erste Erhebung im Februar 2020, kurz vor der Corona-Pandemie, ergab durchschnittlich rund 80 Passwörter pro Person. Innerhalb der ersten acht Monate der Pandemie stieg diese Zahl um 25 % auf 100 – der Beginn eines stetigen Anstiegs. Nun scheint sich erstmals eine deutliche Abnahme abzuzeichnen.
„Die Daten haben uns selbst etwas überrascht, angesichts des weltweiten Wachstums bei digitalen Diensten und Konten", sagt Karolis Arbaciauskas, Head of Product beim Passwort-Manager-Unternehmen NordPass. „Wir haben jedoch mehrere Erklärungsansätze, warum die durchschnittliche Anzahl gesunken sein könnte. Nutzer entscheiden sich zunehmend für den bequemeren Weg und melden sich per Single Sign-On über ihr Hauptkonto an – etwa über Google, Apple oder Facebook. Auch die wachsende Verbreitung von Passwort-Alternativen wie Passkeys, Apple Face ID und WebAuthn tragen zu diesem lang erwarteten Rückgang bei. Unser eigenes Passkey-Angebot könnte ebenfalls eine Rolle bei dieser Entwicklung gespielt haben."
Laut Arbaciauskas geben die neuen Daten Anlass zur Hoffnung, dass Passwörter nach und nach durch Passkeys und andere Anmeldemethoden ersetzt werden. Er betont jedoch, dass die Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind, da die Gesamtzahl der Konten und der damit verbundenen Zugangsdaten weiterhin wächst.
Er ergänzt, dass SSO nicht immer die sicherste Option sei – insbesondere wenn Nutzer ihre Passwörter mehrfach verwenden, was bei rund 50 % der Deutschen der Fall ist.
„Ich persönlich würde empfehlen, Passwörter durch Passkeys zu ersetzen. Meiner Einschätzung nach sind sie derzeit die sicherste und bequemste Authentifizierungs- und Anmeldemethode auf dem Markt", sagt Arbaciauskas.
Das Problem mit zu vielen Konten
Es ist ein bekanntes Sicherheitsrisiko: Wer zu viele Passwörter verwalten muss, neigt dazu, sie mehrmals zu verwenden oder nur minimal abzuwandeln – etwa durch das Ändern eines einzelnen Buchstabens oder einer Zahl. Diese Praxis schafft erhebliche Schwachstellen: Wird eines dieser Konten gehackt, sind automatisch auch alle anderen Konten mit demselben oder einem ähnlichen Passwort gefährdet.
Auch vergessene oder nicht mehr genutzte Konten stellen ein Sicherheitsrisiko dar, da Nutzer Benachrichtigungen über Datenlecks möglicherweise übersehen und gar nicht mitbekommen, dass ihre Daten offengelegt wurden. In solchen Fällen können Tools wie ein Datenleck-Scanner helfen. Dieser durchsucht das Internet und das Darknet aktiv nach den Zugangsdaten der Nutzer und warnt sie, wenn ihre Informationen offengelegt wurden – so werden auch ungenutzte Konten geschützt.
Methodik: Die quantitative Untersuchung wurde von NordPass vom 4. bis 15. April 2026 durchgeführt und umfasste 1.509 NordPass-Nutzer.