Review (PS4): Irony Curtain: From Matryoshka With Love

Der polnische Entwickler Artifex Mundi hat sich in der Vergangenheit mit einigen Spielen im Wimmelbild-Genre einen Namen gemacht und versucht sich nun in dem sehr überschaubaren Bereich der klassischen Point‘n‘Click Adventure.
Ist der Ausflug gelungen? Das haben wir uns in der deutschen Version von Irony Curtain auf der PS4 angesehen.

Unser Alter Ego ist Evan Kovolsky, ein junger Journalist und Herausgeber des „The Daily Worker Monthly“, eine Zeitung, die die Vorzüge des Kommunismus propagiert, inmitten der westlichen, durch den Kapitalismus geprägten, Welt. Die gesamte Geschichte von Irony Curtain spielt in den 50er/60er Jahren. Die Welt an sich ist natürlich komplett erfunden, bedient sich aber bei allen Klischees, Farben und Symbolen, die der uns bekannte kalte Krieg aus eben dieser Zeit zu bieten hat.

Nach einem kurzen spielbaren Intro, beginnt die eigentliche Geschichte. Zu unserer eigenen Überraschung werden wir zu einer Konferenz eingeladen, wo wir die Vorzüge des Kommunismus aufzeigen dürfen. Als das Vorzeigebeispiel schlechthin, dient uns natürlich das großartige Matryoshka. Unser Bemühen ist, wie nicht anders zu erwarten war, alles andere als von Erfolg gekrönt. Aber der Ausflug auf die Konferenz war nicht ganz umsonst, denn wir treffen die mysteriöse und äußerst attraktive Agentin Anna, die uns ohne Umschweife in das gelobte Land Matryoshka einlädt. Warum? Weil wir als Journalist, der den Überzeugungen und der Ideologie Matryoshkas offen gegenübersteht, dies einfach mal selbst erleben muss. Kurzum, wir werden schlicht gebraucht.

Der Name macht schon deutlich, was das wichtigste Element im Spiel ist, Ironie. Die Geschichte und Rätsel sind vollgepackt mit Anspielungen, Klischees, und dem Konflikt zwischen Kommunismus und Kapitalismus, bei der jede Seite ihr Fett wegbekommt. Videospiel-Veteranen treffen auf zahlreiche Anspielungen bekannter Spiele. Die Gegenstände, die es zu finden, oder besser zu bauen gilt, strotzen nur so vor Irrwitz, und an jeder nur erdenklichen Stelle trifft man Anspielungen, die humorvoll irgendein Klischee bedienen.

Die Geschichte wird in 5 Akten erzählt, in dem in jedem verschiedene Aufgaben zu bewältigen sind, die letzlich unsere Geschichte erzählen. Die Rätsel erstrecken sich dabei teilweise über mehrer Bildschirme, die wir abgehen und erforschen können. In anderen wechseln wir auch einfach zwischen mehrern kleineren Orten, und müssen dabei Gegenstände finden, kombinieren und sinnvoll anwenden. Jeder Ort ist dabei in sich abgeschlossen und wir bekommen auch sehr deutlich unsere zu lösende Aufgabe genannt. Ist diese einmal gelöst geht es entweder zur nächsten Aufgabe, oder dem nächsten Ort. Dabei bekommt man überall ausreichend Hilfestellungen geboten, wenn man sie den in Anspruch nehmen möchte. Diese ist aber bei weitem nicht so detailliert, das man ganz ohne Nachdenken, ein wenig Phantasie oder ein wenig Probieren weiterkommt. Man muss sich schon selbst einen Überblick verschaffen, was oder wen man wo findet und dann überlegen, wie man es kombiniert und wo man etwas anwenden kann.
Darin eingebettet sind viele kleine Mini-Rätsel, mit stark unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Bei einigen Problemen dauert es eine Weile bis man hinter das Konzept gestiegen ist, manch andere sind leider viel zu einfach gestrickt oder man kann auch einfach alle gebotenen Kombinationen schnell durchprobieren. Hat man diese Mini-Rätsel einmal begonnen, müssen sie auch erst gelöst werden, um weiterzuspielen.

Irony Curtain ist dabei vollständig in Englisch vertont und mit einem tollen Soundtrack unterlegt. Das Englisch der Sozialisten ist dabei ebenso überspitzt und mit verschiedenen Akzent versehen, wie die eigentliche Geschichte, die wir erleben, es auch ist. Englischkenntnisse sind hier ein absolutes Muss, andernfalls entgeht einem Einiges, auch wenn alles entweder in deutsch untertitelt bzw. an klassische LucasArts Adventure erinnernde Sprechblasen versehen ist. Der Soundtrack untermalt dabei die jeweilige Situation immer passend, ohne dabei irgendwann auf die Nerven zu gehen. Ganz egal, ob das Geschehen gerade spannend, lustig oder auch mal kurz dramatisch wird, die Musik passt und unterstreicht die jeweilige Stimmung.

Fazit

Der Ausflug ist mehr als gelungen. Irony Curtain steht den bekannten Genre-Vertretern seiner Zunft in nichts nach. Einziger Wermutstropfen ist die deutsche Lokalisierung, die irgendwie nicht so richtig gelungen ist. Zum Einem verliert man den ein oder anderen Wortwitz, der mitunter unmöglich passend zu übersetzen ist, zum Anderen werden einige Rätsel deutlich schwieriger, weil man sich, um das Rätsel zu verstehen, besser mit dem Englischen Sprachausgabe beschäftigt. Anderseits bringen ein paar Übersetzungen für sich alleine, einen schon zum schmunzeln. Zur Erinnerung: Wir haben die deutsche PS4 Fassung gespielt. Trotzdem ist Irony Curtain ein gelungenes, humorvolles Point‘n‘Click Adventure. Bitte mehr davon.

Irony Curtain ist digital für PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch für 19,99€ in den üblichen Online-Stores erhältlich.

25. Juli 2019, von Amrit 'GrollTroll' Thukral

Irony Curtain

PC Spiel

GenreAdventure Point & Click Adventure
PublisherArtifex Mundi
EntwicklerArtifex Mundi
Websiteironycurtaingame.com/de
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Release16.05.2019
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Irony Curtain

Sony PlayStation®4 Spiel

GenreAdventure Point & Click Adventure
PublisherArtifex Mundi
EntwicklerArtifex Mundi
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Release16.05.2019

Irony Curtain

Microsoft Xbox One Spiel

GenreAdventure Point & Click Adventure
PublisherArtifex Mundi
EntwicklerArtifex Mundi
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Release16.05.2019

Irony Curtain

Nintendo Switch

GenreAdventure Point & Click Adventure
PublisherArtifex Mundi
EntwicklerArtifex Mundi
Websiteironycurtaingame.com/de
Release16.05.2019

Artifex Mundi

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