
...eine gepresste und eingerahmte Blüte von einem unbekannten Absender. Auch deshalb ist Henrik Vanger mittlerweile besessen davon das Rätsel um das Verschwinden seiner Nichte zu lösen.

Da er mittlerweile 82 Jahre alt ist, will er die bisherigen erfolglosen Suchmethoden aufgeben und kommt auf die Idee, den angesehenen Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist zu engagieren. Dieser stößt bei den Untersuchungen im Umfeld des großindustriellen Vanger-Clans auf immer mehr düstere und schmutzige Geheimnisse, die für ihn lebensgefährlich werden. Doch unerwarteterweise kriegt er Unterstützung von der jungen exzentrischen Hackerin Lisbeth Salander...

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Verblendung" ist ursprünglich das erste Buch einer Trilogie des Autors und Journalisten Stieg Larsson, der leider 2004 an einem Herzinfarkt starb. Dieser Krimi ist bis heute trotz seiner über 500 Seiten langen komplexen Geschichte ein echter Bestseller, da er im Vergleich zu seinen schwedischen Verwandten wie "Kommissar Wallander auf Speed" wirkt und auch vor fast schon plakativer Gewalt nicht zurückschreckt, gleichzeitig aber sehr fesselnd und gut geschrieben ist.

Angesichts eines Werkes dieses Umfangs stand Regisseur Niels Arden Oplev wohl vor der Entscheidung, eine freie Interpretation auf der Leinwand umzusetzen oder eine verkürzte 1:1 Fassung des Buches zu verfilmen. Bei "
Verblendung" hat sich Oplev für die letztere Variante entschieden und eine erstaunlich werksgetreue Verfilmung des Buches abgeliefert, die dementsprechen dann auch zweieinhalb Stunden lang ist.

Noch erstaunlicher (und was einer der großen Stärken des Streifens ist): Auch wenn man das Buch und den Täter schon kennt, ist der Film immer noch mordspannend! Dies liegt nicht nur an der guten Inszenierung, sondern auch an den hervorragenden Darstellern - allen voran Noomi Rapace als Lisbeth, die als eine Art Pipi Langstrumpf Version 2.0 mit leicht psychpathischen Zügen auftritt und unter anderem ihrem widerwärtigen Vormund zeigt, was einer Harke ist.

Diskussionswürdig ist bei "
Verblendung" sicherlich die original aus dem Buch umgesetzte Gewaltdarstellung, die nicht hollywood-like abgemildert wurde und die für eine FSK-16-Freigabe schon ganz schön ruppig daher kommt. Ebenfalls verwundert ein wenig die (im Gegensatz zum Buch) sehr positive Darstellung Henrik Vangers. Im Film ist er komplett als Gutmensch dargestellt, im Buch auch als jemand, der weiß wie man andere manipuliert (das er den Journalisten Mikael Blomkvist mit Kenntnissen über die Machenschaften eines Marktgegners und Feindes von Mikael ködert, wird bei der Verfilmung komplett ausgeblendet). Recht gut ist Regisseur Niels Arden Oplev jedoch die Straffung der anderen Handlungsstränge gelungen, nur ganz selten hat man das Gefühl, dass irgendwelche Hintergrundinformationen fehlen.

Lang genug haben die Zuschauerinnen und Zuschauer auf einen europäischen Krimi gewartet, bei dem man auch vor der großen Leinwand mitfiebern kann - mit "
Verblendung" hat es eine wirklich gelungene Bestsellerverfilmung ins Kino geschafft!
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