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Review

Review (Kino): Verblendung


Die junge Schwedin Harriet Vanger verschwindet unter mysteriösen Umständen während eines Familientreffens. Kurz zuvor schenkte sie ihrem Lieblingsonkel Henrik Vanger eine gepresste Blüte in einem Glasrahmen. Obwohl Harriet vermutlich ermordet wurde, erhält ihr Onkel dennoch seit Jahrzehnten zu seinem Geburtstag immer...



Verblendung - Die Millennium-Triologie ...eine gepresste und eingerahmte Blüte von einem unbekannten Absender. Auch deshalb ist Henrik Vanger mittlerweile besessen davon das Rätsel um das Verschwinden seiner Nichte zu lösen.

Mikael Blomkvists (Michael Nyqvist) tiefer Fall: Nachdem er wegen Verleumdung im Wennerström-Fall zu drei Monaten Haft verurteilt wird, ist seine Karriere als Journalist beendet ©Yellowbird / Photo by Knut Koivisto Da er mittlerweile 82 Jahre alt ist, will er die bisherigen erfolglosen Suchmethoden aufgeben und kommt auf die Idee, den angesehenen Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist zu engagieren. Dieser stößt bei den Untersuchungen im Umfeld des großindustriellen Vanger-Clans auf immer mehr düstere und schmutzige Geheimnisse, die für ihn lebensgefährlich werden. Doch unerwarteterweise kriegt er Unterstützung von der jungen exzentrischen Hackerin Lisbeth Salander...

Lisbeth Salander (Noomi Rapace) ©Yellowbird/Photo by Knut Koivisto "Verblendung" ist ursprünglich das erste Buch einer Trilogie des Autors und Journalisten Stieg Larsson, der leider 2004 an einem Herzinfarkt starb. Dieser Krimi ist bis heute trotz seiner über 500 Seiten langen komplexen Geschichte ein echter Bestseller, da er im Vergleich zu seinen schwedischen Verwandten wie "Kommissar Wallander auf Speed" wirkt und auch vor fast schon plakativer Gewalt nicht zurückschreckt, gleichzeitig aber sehr fesselnd und gut geschrieben ist.

Mit Fotos versucht Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist), Klarheit in die verwirrenden Geschehnisse und Verwandschaftsverhältnisse zu bekommen ©Yellowbird/Photo by Knut Koivisto Angesichts eines Werkes dieses Umfangs stand Regisseur Niels Arden Oplev wohl vor der Entscheidung, eine freie Interpretation auf der Leinwand umzusetzen oder eine verkürzte 1:1 Fassung des Buches zu verfilmen. Bei "Verblendung" hat sich Oplev für die letztere Variante entschieden und eine erstaunlich werksgetreue Verfilmung des Buches abgeliefert, die dementsprechen dann auch zweieinhalb Stunden lang ist.

Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) - auf der Flucht vor einem Unbekannten, der scheinbar seinen Recherchen in die Quere kommen möchte ©Yellowbird/Photo by Knut Koivisto Noch erstaunlicher (und was einer der großen Stärken des Streifens ist): Auch wenn man das Buch und den Täter schon kennt, ist der Film immer noch mordspannend! Dies liegt nicht nur an der guten Inszenierung, sondern auch an den hervorragenden Darstellern - allen voran Noomi Rapace als Lisbeth, die als eine Art Pipi Langstrumpf Version 2.0 mit leicht psychpathischen Zügen auftritt und unter anderem ihrem widerwärtigen Vormund zeigt, was einer Harke ist.

Lisbeth Salander (Noomi Rapace) wird von ihrem Vormund Nils Bjurman (Peter Andersson) bedrängt ©Yellowbird/Photo by Knut Koivisto Diskussionswürdig ist bei "Verblendung" sicherlich die original aus dem Buch umgesetzte Gewaltdarstellung, die nicht hollywood-like abgemildert wurde und die für eine FSK-16-Freigabe schon ganz schön ruppig daher kommt. Ebenfalls verwundert ein wenig die (im Gegensatz zum Buch) sehr positive Darstellung Henrik Vangers. Im Film ist er komplett als Gutmensch dargestellt, im Buch auch als jemand, der weiß wie man andere manipuliert (das er den Journalisten Mikael Blomkvist mit Kenntnissen über die Machenschaften eines Marktgegners und Feindes von Mikael ködert, wird bei der Verfilmung komplett ausgeblendet). Recht gut ist Regisseur Niels Arden Oplev jedoch die Straffung der anderen Handlungsstränge gelungen, nur ganz selten hat man das Gefühl, dass irgendwelche Hintergrundinformationen fehlen.

Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube, links) führt Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) über das Anwesen der Familie Vanger ©Yellowbird/Photo by Knut Koivisto Lang genug haben die Zuschauerinnen und Zuschauer auf einen europäischen Krimi gewartet, bei dem man auch vor der großen Leinwand mitfiebern kann - mit "Verblendung" hat es eine wirklich gelungene Bestsellerverfilmung ins Kino geschafft!

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5.5 Sterne von 6 möglichen

Erläuterung zum Wertungssystem: Die Gesamtwertung errechnet sich aus den Einzelwertungen, wobei der Spielspass höher bewertet wird, als die übrigen Werte. Er fließt mit 60% in die Gesamtnote ein, Sound und Grafik jeweils mit 20%. Die Multiplayer Wertung wird nicht in die Gesamtnote eingerechnet, da nicht alle Spiele multiplayerfähig sind oder dies nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Wertung: Reinifilm


Absolutes MUSS für Krimi-Liebhaberinnen und Liebhaber!

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