Zumindest versteht man nach dem Film schon mal, warum Joop â??All about Eveâ?? als Name für eines seiner Duftwässerchen verwendet hat. Der Hauptcharakter Eve versteht es allein durch sein süÃ?es Auftreten, seinen naiven Charme und seine freundliche Art alle für sich einzuspannen (so wie bekanntlich die biblische Eva dies auch schon verstand) und ins Verderben zu führen (schlieÃ?lich würde sich ohne die biblische Eva die Männerwelt ja noch heute im Paradies befinden und nicht einen GroÃ?teil seines Lebens unfreiwillig in Schuhläden verbringen ;-)
Durch das Talent der Eve sich â??einzuschleichenâ?? und die Rollen anderer zu übernehmen fühlte ich mich dann auch teilweise an den wesentlich später entstandenen Thriller â??Weiblich, ledig, jung suchtâ?¦â?? erinnert. Genau wie in diesem Thriller fängt eine scheinbar nette und harmlose Person (hier die junge mittellose, aus der Provinz kommende Eve) an, immer mehr die Eigenschaften der Anderen zu okkupieren, um sie schlieÃ?lich völlig verdrängen zu wollen. Und das gelingt ihr prächtig, bis sie auf einen wirklichen Gegner stöÃ?tâ?¦
Generell muss ich ja zu meiner Schande gestehen, dass ich mit einigem Widerwillen an die Sichtung des Filmes herangegangen bin. Sicher, es handelt sich um einen Klassiker â?? aber viele Klassiker betrachtet man ja schon innerlich als angestaubt und führt sie sich nur auf Anregung von AuÃ?en (die vielen Bücher im Deutschunterrichtâ?¦) zu. Umso überraschter war ich dann, dass der Film trotz seiner Länge von über zwei Stunden fast durchgängig gut unterhält. Hauptgrund hierfür dürfte vor allem die Darstellerin Bette Davis als alternde Diva und Konkurrentin von Eve sein, die alle einfach an die Wand spielt. Davis zeigt sich durchgängig in absoluter Topform und zickt und schnoddert so was von rum, dass es ein echter Traum ist (interessanterweise kennen die meisten Bette Davis ja eher nicht aufgrund ihrer Filme, sondern wegen dem Dudelfunk-Klassiker â??Bette Davis Eyesâ??, der seit den achtziger Jahren quasi ununterbrochen in deutschen Radio zu hören ist). Allein schon über ihre Sprüche habe ich mich öfters richtig gut amüsiert. Spätestens als sie dann in ihrer Rolle als Theaterschauspielerin Margo Channing gegen ihre Widersacherin Eve loslegt, ist Zickenterror pur angesagt!
Anne Baxter als Eve wirkt dagegen gerade am Anfang dementsprechend ziemlich blass. Erst als sie anfängt ihre böse Seite zu zeigen, kommt sie auch langsam in Fahrt â?? nur nett sein, kann halt auch sehr langweilig sein! Und die böse Seite Evas hat es dann in sich: Intrigen, Erpressung, â??Waffen der Frauâ?? â?? wirklich alle Register werden gezogen! Da der Film sich aber gleichzeitig als Parabel auf die Schauspielerei im Allgemeinen und auf Hollywood im Besonderen versteht, warten er mit einem recht gemeinen Ende aufâ?¦.
In einer Nebenrolle ist übrigens die junge Marilyn Monroe zu sehen, die jedoch au�er gut auszusehen keine wirklich nennenswerte Aufgabe vom Skript verpasst bekommen hat (diese Aufgabe erfüllt sie natürlich mit Bravur:-)).
Die DVD kommt in einer recht edel gestalteten Verpackung mit Pappschuber daher. Das Bild des Films selber ist zwar im Vollformat, aber gut restauriert und besitzt so gut wie keine altersbedingte Störungen wie Streifen, Flackern, Verschmutzungen oder ähnliches. Ebenfalls hinterlässt der Ton bis auf wenige kleine Ausnahmen entsprechend seines Alters einen guten klanglichen Eindruck. Hinzu kommen noch reichlich Extras vor allem auf der zweiten DVD, so dass man allein von technischer Seite schon von einer gelungenen und optisch ansprechenden Veröffentlichung sprechen kann.
Ã?brigens gibt es jemand, der Eve komplett durchschaut â?? Merke: Leg dich niemals mit einem (Film-)Kritiker an! ;-)
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