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Review (DVD): "Allein"


Die Studentin Maria führt ein von Alkoholexzessen, Tablettensucht und schnellen wahllosen Sex bestimmtes zielloses Leben, dass jedoch gleichzeitig von einer innerer Leere und des dauerhaften Gefühls des Alleinseins geprägt ist. Au�er einer einzigen guten Freundin und einem älteren Liebhaber, mit dem sie öfters Sex hat als mit ihren zahlreichen anderen One-Night Stands gibt es keine andere Person in ihrem Leben, zu der sie einen festen Bezug hat. Eines Tages lernt sie jedoch...



...einen Studenten namens Jan kennen, den sie auch lieben möchte und vor dem sie deswegen mehr und mehr versucht ihren Lebenswandel und ihre psychischen Probleme zu verheimlichen, was die Beziehung jedoch immer stärker belastet�

Die Studentin Maria Was anfänglich nur angedeutet wird, kristallisiert sich im Laufe des Filmes â??Alleinâ?? immer deutlicher heraus: Maria leidet an dem Borderline-Syndrom und hat deswegen nicht nur emotionale Probleme, sondern leidet auch unter dem Zwang zur Selbstverstümmelung. Die Ursachen (sie äuÃ?erst sich extrem negativ über ihren Vater) hierfür werden nur angedeutet. Ihr ganzes Leben ist geprägt von einer zerstörerischen Abwärtsspirale, die vielleicht durch die Liebe zum Studenten Jan gebremst werden kann. Doch gerade ihr Drang die Probleme vor ihm zu verbergen, verschlimmert ihre Situation immer mehr! Der Student Jan
Der auf dem Cover der bei Sunfilm veröffentlichten DVD befindliche Hinweis auf den Filmpreis des Max Ophüls Filmfestivals weist indirekt schon auf das potentielle Publikum für diesen Film hin. Hier wird von der Inszenierung her eindeutig eher das so genannte Arthaus-Publikum als der typische Hollywood Actionblockbuster-Konsument angesprochen. Dennoch dürfte dieser Film für diese Zuschauergruppe ebenfalls einen ziemlichen Schlag in die Magengrube darstellen, da er aufgrund seiner kühlen Inszenierung, seinen schauspielerischen Leistungen und seinem brisanten Thema (Borderline-Patienten sind verbreiteter als man annimmt!) deutlich zu schocken wei�.
Maria mit ihrem Lover Wolfgang Die Inszenierung selber ist unspektakulär. Durch die kurzen episodenhaften Bildsequenzen (gelegentlich kommen Erinnerungen an die â??Dogmaâ??-Filme auf) werden jedoch Durchhänger vermieden, auch wenn die Optik eher an ein Fernsehspiel als an einen Kinofilm erinnert. Was den Film absolut trägt, sind die genialen schauspielerischen Leistungen von Lavinia Wilson (kleine Nebenrollen u.a. in â??Aeon Fluxâ??) als Studentin Maria. Ihr Auftreten als unsympathische Partyschlampe einer- und als mitleidserregende Hilfebedürftige andererseits gehen absolut unter die Haut. Nicht umsonst bekam sie für diesen Film einen Preis als beste Nachwuchsschauspielerin. Hier kann man nur hoffen, dass sie in Zukunft mehr groÃ?e Rollen bekommt! Daneben wirkt Maximilian Brückner (â??Sophie Schollâ??) als Student Jan eher etwas blass, während Richy Müller (â??Superweibâ??) als älterer Lover von Maria routiniert (und in einer Szene auch nackt) in Aktion tritt.
Als Extras finden sich auf der DVD neben den obligatorischen Trailern noch eine Dokumentation über die Entstehung des Films und ein sehr interessantes Interview mit einem Experten für Borderline-Persönlichkeitsstörungen. Die Bild und Tonqualität ist akzeptabel und für den Inhalt des Filmes auch nicht besonders von Belang.
Alleine in der Nacht Zusammenfassend ist zu sagen: â??Alleinâ?? ist im positiven Sinne weit von den Dramen à la Hollywood entfernt. Dafür packt Regisseur und Drehbuchautor Thomas Durchschlag mit seinem Film ein schwieriges Thema an und setzt dieses verbunden mit herausragenden schauspielerischen Leistungen gekonnt um. Ein Film, der einen garantiert nicht kalt lässt und (sofern in gröÃ?erer Runde gesehen) bestimmt für Gesprächsstoff sorgt!

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09.09.2006Review (DVD): "Allein"News






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