Review (Xbox 360): Batman: Arkham City Game of the Year Edition

Batman: Arkham City wurde 2011 geradezu mit Lob überschüttet. Überall griff das Spiel Bestwertungen ab, und wurde u.a. von gametrailers.com zum besten Xbox 360 und PC Spiel 2011 gekürt. Nun brachte Warner Bros. Interactive Entertainment vor kurzem die Game of the Year (im Folgenden GotY) –Edition heraus. Ein triftiger Grund, sich mal wieder das Cape umzuschwingen, die Maske aufzusetzen, und in Arkham City aufzuräumen.

Dem Spiel liegt eine zweite DVD bei, auf dem sich, wie für GotY-Versionen üblich, alle bis dato erschienenen DLCs befinden. Das heißt, dass man neben dem Hauptspiel noch „Harley Quinn’s Revenge“, das „Catwoman-“, „Nightwing-“ und „Robin-Pack“, sowie das „Challenge-Map-Pack“ und das „Arkham City Skins-Pack“ bekommt. Das Installieren dieser Add-Ons geht angenehm schnell über die Bühne, sodass man nicht lange warten muss, bevor man sich in Batmans Abenteuer stürzen darf.

Kurz zum Plot: Bruce Wayne „lässt“ sich von Hugo Strange, dem Chef von Arkham City, gefangen nehmen und dorthin bringen. Während dem kurzen Aufenthalt in Stranges Gewahrsam erfährt er von dem sogenannten „Projekt 10“. Dass dies nichts Gutes sein kann, ist wohl jedem bewusst, weswegen Wayne schnellstmöglich aus den Klauen Stranges flieht, um als Batman herauszufinden, was es mit Projekt 10 auf sich hat, und um es zu stoppen.
„Harley Quinn’s Revenge“, neben dem Catwoman DLC der Einzige, der storygetrieben ist, setzt ein paar Tage nach dem Ende von Arkham City ein. Batman ist seit zwei Tagen spurlos verschwunden, weswegen Robin und Oracle sich aufmachen, um herauszufinden, was mit Batman geschehen ist.

Ein halbes Jahr nach seinem ursprünglichen Release weiß Batman: Arkham City immer noch technisch zu gefallen. Die Lichteffekte im nächtlichen Arkham City sind schön anzusehen, die Hauptcharaktere sind sehr detailliert, und deren Animationen sind im Großen und Ganzen auch sehr geschmeidig. Beeindruckend, wie ich finde, ist auch, dass Batmans Cape, trotz der Havok-Engine, welche in einigen Spielen zu sehr amüsanten Anblicken führt (auch in Arkham City selbst), sich zu jedem Zeitpunkt realistisch an Batman anschmiegt und sich sehr realistisch bewegt. Robins Cape war da etwas widerspenstiger, jedoch hielten sich diese kleineren Glitches sehr in Grenzen. Hin und wieder kann es auch dazu kommen, dass Texturen noch nicht komplett geladen sind, wenn man ein Areal erneut betritt, jedoch trat auch dies beim Testen nur äußerst selten auf, und auch nur, wenn man genau darauf geachtet hat.

Soundtechnisch gibt es auch nicht sonderlich viel zu bemängeln. Die Sounds der Schläge sind knackig und hart, und die Musik unterstreicht das Geschehen nahezu perfekt, ohne je aufdringlich zu werden. Auch die Synchronisation, ein Punkt, an dem viele teure Produktionen immer noch scheitern (siehe z.B. Gears of War 3), weiß insgesamt zu gefallen. Natürlich klingen die Handlanger alle sehr ähnlich und deren Intonation lässt zum großen Teil zu wünschen übrig, doch die Leistungen von David Nathan (die deutsche Stimme von Christian Bale, u.a.) als Batman und Bodo Wolf, der als Joker brilliert, reißen die Sache gewaltig raus. Bitte mehr davon! Man muss jedoch auch festhalten, dass die originale Synchronisation mit Kevin Conroy, DER Stimme Batmans, und Mark „Luke Skywalker“ Hamill, der seit Jahrzehnten die Stimme des Jokers ist, einfach unerreicht bleibt.

Kommen wir nun zur Steuerung von Batman: Arkham City, welche fast eins zu eins aus dem Vorgänger übernommen wurde. Und das ist auch gut so, denn bereits in Arkham Asylum ließ sich Batman sehr gut durch die Gegend bewegen. Ob nun per pedes oder zu Luft, man hat immer sehr gute Kontrolle über die Fledermaus. Mit einem kleinen Upgrade, was man schon kurz nach der Intro-Sequenz bekommen kann, lässt sich mit Batman innerhalb weniger Minuten schnell und mühelos durch ganz Arkham City gleiten. Die Kampfpassagen lassen sich dank der Free-Flow-Technik, die wieder verwendet wurde, wunderbar flüssig spielen, und man hat in jedem Augenblick das Gefühl, absolute Kontrolle über Batman zu haben, sodass man genau weiß, wenn man vom Gegner getroffen wurde, warum man getroffen wurde. Nichtsdestotrotz sieht es immer wieder recht amüsant aus, wie Batman geschätzte 10 Meter mit einer einzigen Rolle zurücklegt, um einen Schurken per Kick in das Reich der Träume zu befördern.

So gleitet, schleicht, und prügelt man sich durch Arkham City. Und das dauert seine Zeit. Für meinen erneuten Durchgang, bei dem ich mich beinahe ausschließlich auf die Hauptmissionen konzentriert habe, brauchte ich ca. 8 Stunden und habe das Spiel zu gerade mal 36%(!) komplettiert. Um auf die 100% zu kommen, muss man noch alle Nebenmissionen absolvieren, alle Riddler-Trophäen sammeln (400 Stück), alle Gadgets freischalten, und alle Herausforderungen bestehen, von denen es, auch DLC sei Dank, mehr als genug gibt. Darüber hinaus gibt es, nachdem man das Hauptspiel einmal durchgespielt hat, eine New Game + Version, in der alle Gadgets, die man im Spiel freigeschaltet haben, auch bereits freigeschaltet, und die Kämpfe etwas schwerer sind. Wer also Batman: Arkham City komplett durchspielen will, sollte eine Menge Zeit mitbringen.

Nun stellt sich natürlich die Frage: Lohnt sich der Kauf der GotY-Version für Leute, die das Spiel bereits besitzen? Diese Frage muss ich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Die DLCs sind schön und gut, jedoch schlussendlich kein ausreichendes Argument für einen erneuten Kauf des Spiels, da sie dafür doch zu wenig bieten. Das „Catwoman-Pack“ war beim Hauptspiel bereits dabei, und auch das „Robin-Pack“ bekamen Vorbesteller bereits beim Kauf von Batman: Arkham City. Das „Skin-Pack“ ist zwar schön, aber doch nur rein kosmetischer Natur, und die „Challenge-Packs“ sind auch nur für die besonders ehrgeizigen Leute interessant. Auch „Harley Quinn’s Revenge“ ist prinzipiell nichts anderes als „mehr“ Batman: Arkham City (was an sich ja nichts Schlechtes ist), bietet aber keinerlei Innovation, da sich Robin genau wie Batman steuert, auch wenn er z.T. andere Gadgets benutzen darf. Diejenigen, die unbedingt die DLCs zum Game brauchen, sollten diese doch lieber separat kaufen und/oder auf Sales warten.
Die Leute, die das Spiel bisher nicht ihr Eigen nennen, sollten den letzten Absatz komplett ignorieren. Denn für die habe ich nur 2 Worte: Kaufen. Jetzt.

Fazit:

Auch nach einem Dreivierteljahr hat sich an meiner Meinung zu Batman: Arkham City nichts geändert: Es ist eines der besten Spiele der letzten Jahre. Spätestens die GotY-Version sollte jetzt alle Leute, die das Spiel noch nicht besitzen, überzeugen, es sich zuzulegen. Diejenigen, die das Spiel bereits besitzen, sollten stark überlegen, ob sie wirklich alle DLCs in einem Pack brauchen. Ich würde eher empfehlen, sich die DLCs einzeln zu kaufen, da dies preiswerter sein wird. Für alle anderen: klare Kaufempfehlung!


27. September 2012, von Steffen 'S. Fölsch' Fölsch

Warner Bros. Interactive Entertainment

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Batman: Arkham City - Game Of The Year Edition

PublisherWarner Bros. Interactive
EntwicklerRocksteady Studios
Websitecommunity.batmanarkhamcity.com
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Release07.09.2012

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