Review: Pocket Battles: Orks vs. Elfen

Tabletops sind eine super Sache. Sie haben aber den Nachteil, daß sie viel Platz einnehmen und man sie nicht eben mal so schnell zu Freunden mitnehmen kann um zu spielen.
Doch diesen Umstand will Pegasus Spiele mit Pocket Battle: Orks vs. Elfen abschaffen.

Bei Pocket Battle: Orks vs. Elfen geht es darum, die Armee des Gegners mit seiner Eigenen zu vernichten.
Man entscheidet sich erst einmal für die Seite der Orks oder der Elfen. Welche davon nun die Gute und welches die schlechte Seite ist, ist Ansichtssache. Die Tatsache, daß mich sich für eine von 2 Seiten entscheiden muss legt schon nahe, daß dies ein reines Spiel für zwei Spieler ist.
Um die Schlacht für sich zu entscheiden, kann man zwischen verschiedenen Einheiten wählen. Diese reichen von Nahkämpfern über Fernkämpfer bis hin zu Heilern. Aber da es zu einfach wäre, mit seiner kompletten Armada einzufallen, müssen beide Seiten sich am Anfang für eine mehr oder minder Große Truppenstärke entscheiden.
Dies geschieht über eine vorher festgelegte Anzahl an Aufstellungspunkten. Jede Truppe hat eine mehr oder minder große Anzahl Aufstellungspunkte, die sie belegt. Je besser oder mächtiger die Einheit ist, desto mehr Aufstellungspunkte beansprucht sie für sich.
Als nächstes bildet man aus seinen Truppen Gruppen - die Einheiten -, und verteilt sie vor sich in die drei Front- und drei Rückräume. Ist dies geschehen, kann der Kampf auch schon beginnen.
Gespielt wird immer abwechselnd, also Rundenweise. Man gibt seinen Einheiten mit sogenannten Befehlsmarkern - die Anzahl ist abhängig von den anfänglich festgelegten Aufstellungspunkten - Einsatzbefehle. Dies reicht von Bewegung in den Front- bzw. Rückraum über Beschuss bis hin zu Angriff.
Wenn ein Angriff stattfindet, muss der angegriffene Spieler auf diesen Angriff reagieren. Er kann, wenn er entsprechende Einheiten hat, die Angreifer unter Beschuss nehmen, oder Nahkämpfer bestimmen, die die Angreifer bekämpfen.
Diese Gefechte sind, wie es bei Tabletop-Spielen üblich ist, von den Möglichkeiten recht umfangreich und entsprechend im Regelwerk berücksichtigt. So hat man, wie beschrieben, den direkten Nahkampf oder das Beschießen. Wenn ein Gefecht schon ausgetragen wird, hat man die Möglichkeit mit anderen Truppen in diesen Kampf einzugreifen, um den Kampf für sich zu entscheiden.
Ob eine Einheit einen Schlag erfolgreich landet, wird ausgewürfelt. Und hier kommt auch der für Tabletops typischer Glücksaspekt hinzu. Es reicht also nicht, eine Starke Truppe zu haben, man braucht auch etwas Glück.
Bei welchem Würfelergebnis die Einheit trifft, ist auf die Karten aufgedruckt. Der Schaden, den die Einheit macht, ist abhängig davon, wie oft der gewürfelte Wert auf den Karten aufgedruckt ist.
Und hier kommen Schadensmarker ins Spiel. Die Schadensmarker sind auf der Rückseite der Befehlsmarker. Das heißt, für jeden Schaden, dem eine eigene Einheit zugefügt wird, verliert man einen Befehlsmarker für den Angriff.
Ob eine Truppe überhaupt mit Schadensmarkern belegt werden kann hängt von dem Lebensenergie der Truppe ab. Hat diese Truppe nur eine Lebensenergie von eins, wird diese Truppe bei einem Treffer aus dem Spiel genommen.
Hat eine Einheit eine Lebensenergie von mehr als eins, können Schadensmarker benutzt werden, solange der Schaden nicht größer oder gleich der Lebensenergie ist. Hier muss man strategisch abwägen, ob man lieber eine Einheit oder einen Befehlsmarker opfert.
Einen weiteren strategischen Aspekt sind die Spezialeigenschaften der Truppen. So gibt es zum Beispiel Truppen, die weiter schießen können als andere, oder die nach einem Kampf wieder heilen.
Es wird immer abwechselnd so lange gekämpft, bis einer keine Truppen mehr hat, oder bis man keiner Einheit mehr einen Befehl geben kann. Tritt der zweite Fall ein, gewinnt der Spieler, der weniger Aufstellungspunkte verloren hat.

Fazit:
Als ich mir das Regelwerk zu dem Spiel durchgelesen habe, hat es mich im ersten Moment etwas abgeschreckt. Das Spiel, gerade der Kampf, ist relativ komplex. Man hat sehr viele Möglichkeiten zu agieren und zu handeln.
Das erste Spiel begann noch recht holprig, da man zeitgleich immer wieder mal ins Regelwerk schauen musste. Dieser Punkt hat sich aber im Laufe des Spiels immer mehr gelegt. Es wurde immer flüssiger und machte richtig Spaß.
Pegasus Spiele hat ganze Arbeit geleistet, das Tabletop auf Jackentaschengröße zu bringen. Gut, man braucht eine etwas größere Jackentasche, aber in die Handtasche bzw. einem kleinen Rucksack passt es allemal.
Für Tabletop-Veteranen lohnt sich ein Blick allemal. Alle Anderen, die ein spaßiges Strategie-Kartenspiel suchen, und sich nicht vor etwas intensiverem Befassen mit dem Regelwerk scheuen, sind mit diesem Spiel ebenfalls gut bedient.

8. Oktober 2011, von Andreas 'ResQ' Nix

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