Review (DVD): Nora Roberts - Das Leuchten des Himmels
Um wieder mit seinem Gewissen ins Reine zu kommen, tritt der Bostoner Polizist Nate Burns einen neuen Job in einem winzigen Kaff namens Lunacy im fernen Alaska als neuer Polizeichef an - und wird auf der Landepiste nicht nur von einer älteren und sehr direkten Bürgermeisterin empfangen, sondern erblickt auch eine unbekannte einheimische Schönheit, die ihn ungemein fasziniert. Doch bevor er sie näher kennenlernt, werden ihm...
...der Ort und seine Bewohner vorgestellt. Dies führt auch gleich zum ersten Problem, den Nate muss feststellen, dass er alles andere als willkommen ist, da ziemlich viele in Lunacy sich ebenfalls auf den Posten des Sheriffs beworben hatten. Immerhin ist sein erster Einsatz ein Erfolg: Die Schlichtung eines Streites zwischen zwei Brüdern über den besten Jackie-Chan-Film gelingt ihn prima, außerdem kommt von ihm die einzig richtige Antwort ("Mission Adler"), da gibt es von den Filmnerds unter den Zuschauern schon mal 100 Sympathiepunkte.
Aber da war ja noch die Unbekannte vom Flugplatz. Diese entpuppt sich als Pilotin Meg Galligan, die Tochter der sehr lebensfreudigen Chefin des Hotels, in dem auch Nate vorübergehend wohnt. Und wie es sich für einen romantischen Film gehört, funkt es zwischen Nate und Meg nicht nur, sondern es wird ein wahres Feuer der Leidenschaft unter dem "Leuchten des Himmels" (gemeint ist übrigens das Polarlicht) entzündet Allerdings gibt es da immer noch ein Geheimnis um Megs Vater...
...und dem kommt Nate überraschend auf die Spur, als er zwei verirrte Jugendliche vor einem Unwetter in den Bergen retten muss - denn einer der beiden hat in einer Höhle eine Leiche entdeckt, bei der es sich um den seit mehr als zwanzig Jahren vermissten Vater von Meg handelt! Nate stellt schon am Fundort fest, dass er ermordet wurde - und das der Mörder aus Lunacy stammen muss!
"Das Leuchten des Himmels" ist eine weitere Romanverfilmung der Erfolgsautorin Nora Roberts, die ganz klar ein weibliches Publikum als Zielgruppe hat. Das Interessante dabei ist sicherlich die Tatsache, dass hier als Grundgerüst für die Romanze eine Kriminalgeschichte gewählt wurde, und dass die eigentliche Story zumindest anfänglich aus Sicht eines Mannes erzählt wird.
Letzterer wird, wie übrigens diverse andere Handelnde auch, recht blass charakterisiert und riecht verdächtig nach Groschenroman, was leider durch das eher charismafreie Schauspiel von Eddie Cibrian noch verstärkt wird. Glückerlicherweise ist er jedoch kein Unsympath und dürfte die meisten Zuschauerinnen durchaus ansprechen - ein Effekt, der noch dadurch verstärkt wird, dass er eh der einzige gutaussehende Mann in ganz Lunacy zu sein scheint.
Meg als zweiter Hauptcharakter wird von LeAnn Rimes gespielt, die hauptberuflich vor allem Sängerin ist und vielen in Deutschland auch als solche eher bekannt sein dürfte, immerhin kam sie mit ihrem Hit "Can't fight the Moonlight" (den sie auch in dem Film "Coyote Ugly" trällerte) im Jahre 2000 bis auf Platz 8 der deutschen Charts. LeAnn ist zwar auch keine oskarreife Schauspielerin, macht aber eine recht symphatische Figur und dürfte als gut anzusehendes Schnuggelchen auch den einen oder anderen männlichen Zuschauer wachhalten.
Und es gibt ein sehr interessantes Detail zu den beiden Hauptdarstellern: Glaubt man diversen Klatschseiten im Internet, dann hat es bei LeAnn Rimes und Eddie Cibrian sogar im realen Leben gefunkt - und das tatsächlich bei den Dreharbeiten zu "Das Leuchten des Himmels"! Ist also nicht alles gespielt, was man hier in Sachen Liebe & Romantik zu sehen bekommt - dadurch bekommt der Film tatsächlich eine gewisse Authenzität ;-)
Bei der Handlung steht natürlich der romantische Part im Vordergrund, der Krimi ist nur eine Art Aufhänger und wird ein wenig stiefmütterlich behandelt, auch wenn die Story nicht uninteressant ist. Auffällig ist (und da fehlt mir leider der Vergleich zu der Buchvorlage von Nora Roberts), dass die üblichen Kitschfallen des Genres größtenteils geschickt umschifft werden, einzig im letzten Viertel wird etwas dick aufgetragen.
Überhaupt ist "Das Leuchten des Himmels" ziemlich flott inszeniert, gerade bei den eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen am Anfang des Films wünscht man sich fast schon einen etwas langsameren Schnitt. Das ordentliche Tempo und die Tatsache, dass auch die solide Handlung keine Durchhänger hat, sorgt für gute Unterhaltung. Die Optik des Films sieht öfters ein bisschen bieder aus, hier merkt man deutlich dass es sich um eine TV-Produktion handelt. Aber es gibt auch eine eindrucksvolle Szene mit einem echten Bären, wärend die Tricktechnik bei den Nordlichter-Szenen etwas billig wirkt (der Vordergrund wirkt merklich in die Szenen hineinkopiert).
"Das Leuchten des Himmels" ist im Rahmen einer "Nora Roberts"-Reihe bei Universum Film als DVD erschienen und kommt in einem guten 16:9 Bild mit ebenfalls gutem Klang daher. Extras gibt es bis auf die originale englische Tonspur und ein paar Trailern allerdings keine. Positiv übrigens, dass das Cover für ein Film dieses Genres nicht übertrieben kitschig wirkt.
Alles in allem ist "Das Leuchten des Himmels" eine gelungene Romanze, die auch aufgrund ihrer flotten Erzählweise gut unterhält und eine nette Alternative zum aktuellen Fußball-WM-Programm für alle darstellt, die "was fürs Herz" sehen wollen. Das es sich "nur" um eine TV-Produktion handelt, merkt man zwar gelegentlich, dass es zwischen den beiden Hauptdarstellern wirklich gefunkt hat, allerdings öfters - und etwas Schöneres kann es ja bei einem romantischen Film kaum geben.