Review (DVD): Loaded

Der smarte und wohlhabende Tristan Price hat eine erfolgreiche Anwaltskarriere vor sich, nachdem er bisher ebenfalls erfolgreich von Beruf "Sohn" war. Seine Kumpels spendieren ihm deshalb einen Abend mit Club-Hopping, Table-Dance-Bar und jede Menge Alkohol. Dabei trifft er einen alten Bekannten, den skrupellosen Drogendealer Sebastian, der ihn immer tiefer in einen Strudel aus Drogen, Sex und...

......Gewalt hinabreißt. Schon bald kommt es zu blutigen und tödlichen Auseinandersetzungen um die Macht im Drogengeschäft - und Sebastian hat einen teuflischen Plan, in dessen Mittelpunkt Tristan steht...

Tja, hört sich ja nach ganz knallharter Gangster-Action an - isses aber nicht! "Loaded" hat ziemliche Ladehemmungen und ist in Wirklichkeit mehr moralinsaures Teeniedrama als cooler Gangsta-Streifen. Denn wo ähnliche Filme wie die "Fast and Furious"-Reihe wenigstens rudimentär dreckig sind, gerät der Hauptprotagonist von "Loaded" schon auf die schiefe Bahn, weil er mal 'nen Joint raucht und in eine Table-Dance-Bar geht.

Klar, dass da Tristans bester Helfer zum Schluss sein Anwalt ist, dem er auch noch ganz brav dankt (Vin Diesel hätte dem erst mal prophylaktisch 'nen Kinnhaken verpasst). Immerhin passen die Dialoge meistens sehr gut zu den Darstellerinnnen und Darstellern: Sinnentleerte hohle Phrasen, die öfters für ungewolltes Gelächter sorgen und dem ein oder anderen Trashfan sogar richtig Freude bereiten dürften.

Und damit sind wir auch schon beim Hauptdarsteller: Jesse Metcalfe als Tristan Price (schon dieser Name - waaahaaarrr...) ist ein derartiges Bubigesicht, dass zwar wunderbar zu ""Desperate Housewives"" passt und sich in einer Realverfilmung von Barbie auch gut machen würde, aber in einem Actionfilm so wirkt, als wenn man den nächsten Rambo nicht mit Stallone, sondern mit Robbie Williams besetzen würde. Genauso zuckersüß-schleimig auch alles in seiner Umgebung: Monica Keena als treudoofe Freundin von Tristan wirkt wie ein fleischgewordener Blondinenwitz (und die dank Botox und aufgespritzter Lippen kaum noch eine Mimik besitzt), Nathalie Kelley ist für 'ne Gangsta-Bitch viel zu stylish und Chace Crawford als Tristans jüngerer Bruder übertrifft ihn fasst noch in Sachen Schleimigkeit.

Der ganze Seifenopern-Cast wird immerhin durch die Evil-Guys etwas aufgewertet. Johnny Messner und Corey Large sind zwar auch keine Offenbarung, geben aber wenigstens ordentliche Bösewicht-Abziehbilder ab - inbesondere Large wirkt dabei sogar überzeugend. Und als Oberbösewicht bietet Vinnie Jones auch eine etwas gelangweilte, aber akzeptable Performance.

Wie schon angedeutet, ist das Drehbuch ziemlicher Müll. Als Actionfilm taugt "Loaded" nichts, eher als auf Seifenoper-Niveau weichgespültes Teenager-Drama mit großer Moralkeule. Das Ganze ist sogar so weichgezeichnet, dass man geradezu überrascht ist wenn die Story zum Schluss tatsächlich etwas fieser wird. Als es ziemlich am Ende dann doch noch eine recht harte Schießerei gibt, wirkt diese angesichts der Seichtheit des Restfilms sogar fast schon fehlplatziert.

Nicht von schlechten Eltern ist im Übrigen die optische Umsetzung: Alles wirkt superstylisch und besitzt eine Hochglanz-Videoclip-Ästhetik, die teueren Produktionen in nichts nachsteht. Das passt zwar auch nicht wirklich zu einem Actionfilm, zeugt aber von einem gewissen handwerklichen Können und bietet einem auch was fürs Auge (der Chauvi in mir weist an dieser Stelle darauf hin, dass es auch ein paar nackte Tatsachen gibt, auch wenn diese etwas aufgesetzt wirken).

Die "Loaded"-DVD von splendid film besitzt ein echt cooles Cover, ein gutes Bild und eine ansprechende Tonspur. Als Extras gibt es neben ein paar Trailern ein ca. zehnminütiges Making-of mit einer Ansammlung schlimmster Plattitüden, die reichlich für ungewolltes Gelächter sorgen.

"Loaded" ist alles in allem eine ziemlicher Luschi-Streifen, der sich einzig und alleine durch seine Bösewichter und seine Optik knapp auf Durchschnitt hieven kann, allerdings auch den einen oder anderen Trashfilm-Fan Freude aufgrund diverser ungewollt komischer Szenen bereiten dürfte."

14. April 2010, von Reinhard 'Reinifilm' Rieß

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