Review (Comic): Asterix Nr. 17: Die Trabantenstadt, limitierte Sonderausgabe

Immer noch ein überzeugender Kulturschock: Die Gallier und die Trabantenstadt

Zum neuen 3-D-Filmstart unserer Lieblingsgallier veröffentlicht Egmont Ehapa eine auf 80.000 Exemplare limitierte Sonderausgabe des klassischen Abenteuers Die Trabantenstadt. Sie enthält als Bonus 16 redaktionelle Seiten mit Hintergrundinformationen über Goscinny, Uderzo, originelle Details einer genialen Zusammenarbeit und die Entstehung dieser Story.

Über die Trabantenstadt an sich muss man nicht viele Worte machen: Cäsar will die Gallier um jeden Preis befrieden. Deshalb baut er eine Siedlung im römischen Stil in den Wald gleich neben unser wohlbekanntes Dorf. Neben zahlreichen Bäumen droht auch die kulturelle Identität verloren zu gehen. Dass Schmied Automatix plötzlich auch Souvenirs verkauft und Fischhändler Verleihnix gleich mehrfach Konkurrenz bekommt, sind nur die ersten Boten einer sich anbahnenden Globalisierung im Jahre 50 v. Chr., die sogar schon für erste Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt sorgt… Alte Bekannte aus der Zunft der Piraten treten auf, und geprügelt wird sich aufs Feinste.

Fazit:

Ich habe mit Genuss eines meiner Lieblingsabenteuer noch einmal gelesen. Nach wie vor macht es Spaß, der Grundidee zu folgen: Wenn sich unsere eigenwilligen Dörfler schon nicht mit militärischem Getöse beeindrucken lassen, dann versuchen die Römer es eben mal mit ihrer Lebensart. Wenn sich in der letzten gallischen Enklave dann, ganz friedlich, Antiquitäten- und Fischhandlungen aneinander reihen und sich die Preise langsam denen im fernen Rom annähern, hat das nicht weniger Witz als in den 1970ern. Und dass die neuen Nachbarn am Ende doch an einem Kulturschock scheitern, weil sie den Chansonnier, pardon: dem Troubador nicht länger als ein paar Stunden ertragen können, das ist einfach - genial!

Was mir diesmal aber besonders aufgefallen ist, nach einigen Jahren und unglaublich vielen anderen Comics, das sind die Dinge, die bei Asterix immer schon die Begeisterung etwas gedämpft haben: Dass die Bilder auch im größten Trubel manchmal statisch wirken und die Handlung selten überrascht. So wie Uderzo seine Sprechblasen immer schon mit der Schablone malte, ist Goscinnys Story mehr eine Komposition als ein Abenteuer. Das sind aber keine neuen Erkenntnisse. Man kann es diesmal nur besonders gut nachvollziehen, weil im Bonusteil auch genau beschrieben wird, wie die beiden an der Trabantenstadt gearbeitet haben - und wie detailliert sie die Planung der einzelnen Seiten und einzelner Gags vorgenommen haben. Wer Asterix und Obelix mag, wird sich daran nicht stören, sondern es als Kunstform lieben.

Der Band mit seinem redaktionellen Teil ist eine hübsche Ausgabe des Klassikers, sorgfältig und mit Liebe gestaltet. Er erscheint gleichzeitig in einer gebundenen Ausgabe, die beim Verlag bereits vergriffen ist.

23. April 2015, von Uwe 'UMK' Kawohl

Egmont Ehapa Verlag GmbH

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