Filmemachen mal anders: ESCAPE FROM TOMORROW ab 23.04. auf DVD, Blu-ray und VoD

Escape from Tomorrow ist so surreal und bizarr, wie seine Entstehungsgeschichte ungewöhnlich und erstaunlich. Denn ohne Genehmigung in einem der bekanntesten Vergnügungsparks gedreht, dürfte es ihn eigentlich gar nicht geben! Regisseur Randy Moore zeigt mit seiner provokanten Satire die faszinierend dunkle und verstörende Seite des „glücklichsten Platzes auf Erden“. Hier sind ein paar Einblicke ins guerilla filmmaking hinter Escape from Tomorrow, der am 23. April auf DVD und Blu-ray erscheint.

Die Idee zu Escape from Tomorrow geht zurück auf Randy Moores gemischte Gefühle gegenüber einem gewissen, weltbekannten Vergnügungspark in Orlando, Florida. Als Kind besuchte er dort jeden Sommer seinen Vater, und obwohl er die Ausflüge in den Vergnügungspark genoss, brachte er damit auch immer die Scheidung seiner Eltern in Verbindung. Auch spätere Besuche mit seiner Frau, die nicht Amerikanerin ist, ließen ihn den Park mit anderen Augen sehen.

Escape from Tomorrow kostete 650.000 $, was zwar nach viel klingt, aber eher ein bescheidenes Budget für einen Film ist. Den größten Teil davon hatte Moore aus einer Erbschaft seiner Großeltern, der Film war also für ihn auch wirtschaftlich ein hohes Risiko. Zwar spielte er nur 170.000 $ wieder ein, brachte Randy Moore aber viel Beachtung als Filmemacher, den man im Auge behalten sollte.

Escape from Tomorrow wurde nicht nur in Orlando, Florida gedreht, sondern parallel auch im kleineren „Bruderpark“ im kalifornischen Anaheim. Die Filmcrew hatte Jahreskarten für beide Themenparks, um weniger Verdacht bei den dort Angestellten zu erregen.

Das Drehbuch sah Szenen in acht beliebten und bekannten Fahrgeschäften vor. Für manche Szenen mussten die Schauspieler zwölf Mal damit fahren. Die Filmcrew beklagte auch die teilweise sehr langen Warteschlangen vor den Attraktionen.

Beim Dreh kamen hochwertige Kameras zum Einsatz, die um nicht aufzufallen optisch so präpariert waren wir, wie die Geräte der übrigen Besucher. Da die Lichtverhältnisse kaum beeinflusst werden konnten, entschied sich Moore, in Schwarz-Weis zu drehen. Dabei gefiel ihm die surreale Optik, die den Vergnügungspark auf ungewohnte Art und Weise zeigt.

Da der Film inkognito gedreht wurde, waren einige ungewöhnliche Hindernisse zu bewältigen. Drehorte mussten dutzende Male inspiziert werden, um einen möglichst raschen und unauffälligen Dreh zu ermöglichen. Proben fanden in Hotelzimmern statt und die Schauspieler sahen das eigentliche Set erst, wenn die Kamera schon lief. Auch die Position der Sonne wurde berücksichtigt, um bei optimalen Lichtverhältnissen zu drehen.

Manche Szenen mussten doch mit Greenscreen gedreht werden, wenn sich sonst zu viele Besucher im Hintergrund befunden hätten. Die Tonbearbeitung war äußerst schwierig, da die Stimmen der Schauspieler - sie hatten Aufnahmegeräte am Körper - von der rechtlich geschützten Musik an den Fahrgeschäften getrennt werden mussten. Geschnitten wurde Escape from Tomorrow aus Geheimhaltungsgründen im fernen Südkorea.

Nachdem Escape from Tomorrow auf dem Sundance Film Festival erstmals gezeigt wurde, hätte niemand gedacht, dass der Film jemals in großen Umfang veröffentlicht wird. Die Betreiber des Vergnügungsparks haben jedoch bis heute keine rechtlichen Schritte eingeleitet. Dies liegt sicher auch daran, dass Escape from Tomorrow als Satire eingestuft wird, die in den USA rechtlich viele Freiheiten genießt.

22. April 2015, von Caro 'Caro N.' Nix

Koch Media GmbH

Hersteller

Websitekochmedia.com

Escape from Tomorrow

DVD

Release (D)19.03.2015
GenreThriller Mystery

Escape from Tomorrow

Blu-ray Disc

Release (D)19.03.2015
GenreThriller Mystery

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